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Rochus Aust in der Tonhalle Düsseldorf – Der Versuch einer Wiedergabe

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Am Montagabend hieß es in der Tonhalle Düsseldorf Bühne frei für „VISION DÜSSELDORF: VISION VOM AUTARKEN RUND“ des Projektes „EXPORT CARS TO MARS? A WORLD VISION CONTEST 2013-2063,“, einer Kompositionsreihe von Rochus Aust. Nur, dass in diesem Fall die Bühne unbesetzt blieb und sich stattdessen die Zuschauerränge mit Musikern und Instrumenten füllten. An zentralen Punkten positionierten sich das Ensemble Re-Load Futura und Rochus Aust in roten Overalls rings um die Kuppel . Mit Mikrofonen, Verstärkern und Haushaltsgeräten ausgerüstet modellierten sie Klänge, die zwischen hoch und tief schwirrten und auch mal pausierten. Gefehlt haben dabei jedoch nicht Orgelklänge, Trompeten, Theremin-Cello, Stimmenklang, Bassklarinette und Flügelhorn.
Mit Klängen, Licht aus Beamerprojektionen und Glühbirnen sowie der Anordnung der Akteure im Raum selbst schaffte Aust in seiner Komposition ein szenografisches, akustisches und visuelles Erlebnis und zeigte seine Zukunftsvision für Düsseldorf, das für diesen Ort, die Tonhalle, komponiert wurde. Die Vision vom „Düsseldorfer Rund“ nahm die kugelhafte Form der Architektur des als Planetarium geplanten Gebäudes für die Inszenierung auf und versammelte die Ereignisse an den Seitenwänden der Kugel. Die Zuschauer und Zuhörer ordneten sich dabei in den obersten Rängen rings um die Kuppel an und blickten auf die unteren mittigen Plätze, die von aufgespannten Regenschirmen besetzt waren. Mit ihrer Form schafften die unzähligen Schirme einen Resonanzkörper, der die Akustik lenkte. Zum Sounddesign mischten sich auf den Regenschirmen Lichtprojektionen performativ ins Geschehen und transformierten sie von Regen- zu Bildschirmen. Abwechselnd stimmten die Musiker in virtuoses Fiepen und Summen ein. Sie brachten Wasser zum Brodeln während andere Instrumente schwiegen, blubbernd röchelnd zog der Wasserdampf in die Höhe. Das „Stromorchester“, so nennt Aust sein Orchester auf elektronischer Basis, arbeitet mit allerlei Gerätschaften, von der Kaffeemaschine bis zum Bohrer.

Eine Repeat-Taste gibt es bei Aufführungen von Rochus Aust nicht, jeder Ort der Aufführung hat einen anderen Resonanzkörper, jede Technik hat ihre Tücken und jeder Abend seine Stimmung. Was bleibt ist die Erinnerung an das Ereignis zwischen sonorem Brummen des Alltags und melodiöser Virtuosität. Mit seinem Ensemble, seinen Kompositionen und Aufführungen reist Rochus Aust um die Welt. In unterschiedlichen performativen Situationen bewegt er sich über Wiesen zum Picknick, durch Fußgängerzonen und auch mal im Museum. Mit speziell für die Quadriennale Düsseldorf 2014 gefertigten Quadraphonen wird Rochus Aust und sein Ensemble im April 2014 das Festival eröffnen. An allen 11 Ausstellungsorten werden Musiker des Ensembles platziert und Kompositionen des Klangkünstlers durch Düsseldorf klingen lassen.

Diesen Artikel finden Sie auch unter Mein faszinierendes Kulturerlebnis.

3 Gedanken zu „Rochus Aust in der Tonhalle Düsseldorf – Der Versuch einer Wiedergabe

  1. Liebes Blogteam,

    herzlichen Dank für diesen spannenden Beitrag zur Blogparade. Wow, war mein erster Gedanke, da wäre ich sehr gerne dabei gewesen. Ich werde mir den April 2014 schon mal vormerken. Dieses Kulturerlebnis fasziniert mich!

    Schöne Grüße aus München

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